Vorbeugung der Migräne
Was die Presse von unserer Migränetherapie hält: www.1-migraene.de/artikel1
Die Klinik oder die dort tätigen Ärzte stehen mit keiner pharmazeutischen Firma in vertraglicher Beziehung, auch gibt es keinerlei Gründe für Gefälligkeiten (weil z.B. ein Arzneimittel früher gegen Entgelt klinisch geprüft wurde). Die Nennung von Präparaten, die mit ® gekennzeichnet sind, erfolgt also nicht in Werbeabsicht, sondern weil selbst bei Ärzten oft der Handelsname bekannter als der jeweilige Wirkstoff ist. Daß auch noch andere Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff auf dem Markt sind, ergibt sich aus dem Zusatz "z.B.". Sollte sich eine Firma benachteiligt fühlen, weil ihr Mittel nicht erwähnt wird, so fügen wir dieses auf Wunsch gerne ein, E-Mail reicht aus!
Nicht immer sind die Patienten bereit, auch
im schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente einzunehmen, so daß oftmals
eine ausführliche Aufklärung erforderlich ist.
Eine Vorbeugung (Prophy laxe)
sollte bei Migräne nur dann erfolgen, wenn
die Migräneattacken
mindestens zwei mal pro Monat auftreten. Nach Göbel und Soyka
(1994) ist die Indikation auch gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens
zweimal ein Status migraenosus, eine prolongierte (=
verlängerte) Aura oder einmalig ein migränöser
Infarkt (= Gewebszerstörung in bestimmten
Hirnbereichen infolge von Sauerstoffmangel)
aufgetreten sind.
Als Mittel der ersten Wahl zur Vorbeugung
einer Migräne gelten Beta-Rezeptorenblocker (=
eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen
Migräne wirken).
Allerdings eignen sich nicht alle Substanzen aus dieser Gruppe zur Vorbeugung
der Migräne. Relativ sicher wirken Propanolol und Metoprolol (Diener
1989); beide Substanzen werden langsam einschleichend dosiert. Die tägliche Höchstdosierung
für Metoprolol (z.B. Beloc®) beträgt 200mg, für Propanolol (z.B. Dociton®)
240mg.
Bei Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer (=
den Kreislauf betreffende) Störungen oder einer
Bradykardie (=
zu langsamer Puls) muß die Vorbeugung -Behandlung
abgebrochen werden (ausschleichend).
In der Einschleichphase müssen daher regelmäßige Puls- und
Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Die Wirkungsweise der Beta-Blocker in
Bezug auf den
Migränekopfschmerz ist noch nicht sicher bekannt.
Zur Mig räneprophylaxe (= Mi gränevorbeugung) ist in Deutschland auch das Antiepileptikum (= eigentlich ein Mittel gegen die Fallsucht) Topiramat (Topamax® Migräne) zugelassen. Dieses Medikament sollte aber nur bei Erwachsenen angewendet werden und nur dann, wenn eine Therapie mit Betablockern nicht indiziert (= angezeigt) ist, zuvor nicht erfolgreich war oder nicht vertragen wurde.Bei der kindlichen Mig räne sollte zur Vorbeugung das Pestwurzmedikament Petadolex® versucht werden.
Zur Vorbeugung der Migräne eignen sich auch Kalzium-Antagonisten (= ein Mittel das der Wirkung von Kalzium entgegenwirkt). Flunarizin (Sibelium®) sollte aufgrund einer Bewertung durch das Bundesgesundheitsamt nur bei Patienten eingesetzt werden, die unter häufigen und schweren Migräne-Anfällen leiden und bei denen eine Behandlung mit Beta-Blockern kontraindiziert (= gegenangezeigt) ist bzw. keine ausreichende Wirkung gezeigt hat. Nach einer Studie hat sich Cyclandelat (Natil®) zur Vorbeugung nicht bewährt.
Eine weitere Vorbeugung der Migräne
(3. Wahl) besteht in der Verabreichung von Serotonin-Antagonisten (=
Mittel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken).
Pizotifen (Sandomigran®) hat einen hemmenden
Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im Anfangsstadium der Migräne. Lisurid (Cuvalit®),
ein Ergotamin -Derivat, ist ein Serotonin -Partialantagonist. Die Tagesdosis
beträgt 0,075 mg. Im Gegensatz zu anderen Autoren (Soyka 1989) wird
diese Substanz bei uns kaum verwendet, da bisherige Vorbeugung -Versuche nicht
überzeugt haben.
Zur Vorbeugung der Kopfschmerzen bei der sog. menstruellen (= regelbedingten) Migräne soll Sulpirid (Dogmatil®) hilfreich sein (Thoden 1986). Göbel und Soyka (1994) empfehlen eine "Kurzzeit- Vorbeugung" mit 250-500 mg Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel bis drei Tage danach.
Das Derivat der Lysergsäure, Dihydroergotamin (Hydergin®) ist zur Vorbeugung der Migräne umstritten. So wird es z.B. in anglo-amerikanischen Ländern dafür nicht verwendet.
Nach einem Bericht in der Welt (19.4.04) soll zur Vorbeugung der Migräne mit Aura die auch regelmäßige Zufuhr von Folsäure geeignet sein.
Für Patienten mit arterieller Hypertonie und Migräne bieten sich zur Vorbeugung auch die AT-II-Blocker Candesartan und Olmesartan an (http://www.aerztezeitung.de/news/default.aspx?sid=467271)
Andere Maßnahmen zur Vorbeugung der Migräne:
Wenn die Anfälle gehäuft (z.B. mehrmals pro Woche) auftreten und andere vorbeugende Medikamente (z.B. Beta-Blocker) nicht greifen, ist nach unserer Erfahrung beim Migräne -Kopfschmerz auch die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) lohnend, besonders wenn sie über 2-3 Wochen unter stationären Bedingungen 2x täglich konsequent durchgeführt wird (Leser et Hefermann, 1990). Dabei betäuben wir, wie zur Akutbehandlung schon beschrieben, die das Kranium
(= den knöchernen Schädel) versorgenden Nerven an ihren Austrittspunkten. Ergänzt wird die Behandlung durch tiefe Infiltration der oft verspannten, an die Halswir belsäule angrenzenden Mus kulatur.Ergänzende Methoden zur Vorbeugung der Migräne:
Meist werden die folgenden Methoden ergänzend eingesetzt, d.h. als
Monotherapie
Ausführliche Informationen über die Migräne-Erkrankung erhalten Sie hier.
Zum Schluß noch eine Auflistung der verschiedenen Migräne -Formen:
|
Migräne ohne Aura |
|
Migräne mit Aura |
|
Migräne mit typischer Aura |
|
Migräne mit prolongierter Aura |
|
Familiäre hemiplegische Aura |
|
Migräneaura ohne Kopfschmerz |
|
Migräne mit akutem Aurabeginn |
|
Ophthalmoplegische Migräne |
|
Retinale Migräne |
|
Periodische Syndrome in der Kindheit als möglicher |
|
Vorläufer oder Begleiterscheinungen einer Migräne |
|
Gutartiger paroxysmaler Schwindel in der Kindheit |
|
Alternierende Hemiplegie in der Kindheit |
|
Migräne -Komplikationen: |
|
Status migraenosus |
|
Migränöser Infarkt |
|
Migräne -artige Störungen, die die genannten Kriterien nicht erfüllen |
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